Die Sozietätsklausel des § 12 AVB

Sozien versichern einzeln. Ausnahmen sind hier sog. Exedentenversicherungen, in denen auch die Sozietät der Versicherungsnehmer sein kann. Um der gesamtschuldnerischen Haftung Rechnung zu tragen und um sonst nicht zu vermeidende Komplikationen bei der Zuordnung von Versicherungsfällen auszuschließen, ist es erforderlich, dass sich alle Sozien gleich hoch versichern, denn der Versicherer tritt für alle zusammen nur mit einer einheitlichen Durchschnittsleistung ein.

Hierfür ein Beispiel:
Bei einer Sozietät mit drei Sozien sind zwei mit der Mindestversicherungssumme von 250.000 EUR versichert, der Dritte hingegen mit einer Versicherungssumme von 1.000.000 EUR. Es entsteht ein Haftpflichtschaden von 500.000 EUR. Hier haben die beiden ersten Sozien nur die hälftige Summe versichert, der Dritte dagegen die volle Summe.
Die Durchschnittsversicherungsleistung beträgt hier lediglich 3/5 der Haftpflichtsumme nach der Formel: 1/2 + 1/2 + 1/1 = 3/5 , d.h. der Versicherer leistet von den 500.000 EUR nur 300.000 EUR. Die Sozietät muss den Fehlbetrag von 200.000 EUR selber aufbringen. Die anschließenden Konflikte sind programmiert!

By | 2017-05-29T21:28:01+00:00 Februar 5th, 2015|Berufshaftpflicht|0 Comments